Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf: Alle Kosten im Überblick
Beim Immobilienkauf fällt nicht nur der Kaufpreis an. Die Kaufnebenkosten machen in Deutschland je nach Bundesland zwischen 7 % und 16 % des Kaufpreises aus. Wer diese Kosten nicht einkalkuliert, erlebt böse Überraschungen. Wie sich Kaufpreis und Miete zueinander verhalten, prüfen Sie vorab mit dem Mietrendite- & Faktor-Rechner.
Was sind Kaufnebenkosten?
Kaufnebenkosten sind alle Kosten, die zusätzlich zum Kaufpreis einer Immobilie anfallen. Sie setzen sich aus vier Bestandteilen zusammen:
1. Grunderwerbsteuer
Die größte Position unter den Kaufnebenkosten. Die Höhe variiert je nach Bundesland:
| Bundesland | Grunderwerbsteuer |
|---|---|
| Baden-Württemberg | 5,0 % |
| Bayern | 3,5 % |
| Berlin | 6,0 % |
| Brandenburg | 6,5 % |
| Bremen | 5,0 % |
| Hamburg | 5,5 % |
| Hessen | 6,0 % |
| Mecklenburg-Vorpommern | 6,0 % |
| Niedersachsen | 5,0 % |
| Nordrhein-Westfalen | 6,5 % |
| Rheinland-Pfalz | 5,0 % |
| Saarland | 6,5 % |
| Sachsen | 5,5 % |
| Sachsen-Anhalt | 5,0 % |
| Schleswig-Holstein | 6,5 % |
| Thüringen | 5,0 % |
Bayern hat mit 3,5 % den niedrigsten Satz. Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein liegen mit 6,5 % am höchsten.
2. Notarkosten
Der Notar beurkundet den Kaufvertrag und wickelt die Eigentumsübertragung ab. Die Kosten betragen etwa 1,5 % des Kaufpreises.
3. Grundbuchkosten
Für die Eintragung des neuen Eigentümers und ggf. der Grundschuld im Grundbuch fallen etwa 0,5 % des Kaufpreises an.
4. Maklerprovision
Falls ein Makler beteiligt ist, teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision seit 2020 hälftig. Die Käuferprovision beträgt je nach Region 1,5 % bis 3,57 % (inkl. MwSt.).
Beispielrechnung
| Position | Betrag |
|---|---|
| Kaufpreis | 300.000 € |
| Grunderwerbsteuer (NRW, 6,5 %) | 19.500 € |
| Notarkosten (1,5 %) | 4.500 € |
| Grundbuchkosten (0,5 %) | 1.500 € |
| Makler (3,57 % Käuferanteil) | 10.710 € |
| Gesamte Kaufnebenkosten | 36.210 € |
| Anteil am Kaufpreis | 12,07 % |
Warum Kaufnebenkosten so wichtig sind
Kaufnebenkosten sind nicht finanzierbar - die meisten Banken erwarten, dass Sie mindestens die Nebenkosten aus Eigenkapital zahlen. Sie reduzieren außerdem direkt Ihre Rendite, weil sie die Gesamtinvestition erhöhen, ohne den Ertrag zu steigern.
Ein Immobilien-Renditerechner, der Kaufnebenkosten automatisch nach Bundesland berechnet, hilft Ihnen, die tatsächliche Rendite korrekt zu ermitteln.